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Personenhandelsgesellschaften

Die Offene Handelsgesellschaft und die Kommanditgesellschaft werden auch unter den Begriff Personenhandelsgesellschaft zusammengefasst. Beide Gesellschaften sind quasi rechtsfähig (HGB §§124ff.).

Die Offene Handelsgesellschaft (HGB §§19,105ff.) wird für den Betrieb eines Handelsgewerbe gewählt. Der Name ist frei wählbar mit dem Zusatz “OHG” oder “& Co.”. Es müssen mindestens zwei Gründer sein, wobei auch eine juristische Person möglich ist. Beim Mindestkapital gibt es keine Untergrenze. Die Gewinnverteilung erfolgt, soweit keine vertragliche Regelung existiert, mit 4% der Kapitaleinlage, der Rest nach Köpfen. Die Haftung verteilt sich auf alle Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und solidarisch. Die Geschäftsführung erfolgt durch alle Gesellschafter. Vorteil ist höhere Kreditwürdigkeit durch die Privathaftung. Nachteil ist die Privathaftung. Die Gründungskosten belaufen sich auf ca. 500€.

Die Kommanditgesellschaft (HGB §161ff.) wird für den Betrieb eines Handelsgewerbes gewählt. Der Name setzt sich aus mindestens aus dem Familiennames eines Vollhafters und dem Zusatz KG zusammen. Es gibt einen Vollhafter (Komplementär), der auch eine juristische Person sein kann, und einen Teilhafter (Kommanditist). Verbreitet ist auch die Mischform einer GmbH & Co. KG (sprich Co. = Compagnie), in der der Vollhafter die GmbH ist. Die Komplementäre haften für die KG persönlich, unbeschränkt und solidarisch, der Teilhafter nur mit der Einlage. Die Geschäftsführung erfolgt durch die Komplementäre, der Kommanditist hat nur ein Kontrollrecht. Die Gewinnverteilung erfolgt, sofern keine andere vertragliche Regelung existiert, mit 4% der Kapitaleinlage und der Rest im angemessenen Verhältnis. Vorteil ist, dass der Teilhafter nur mit Einlage haftet, dafür aber nur ein Kontrollrecht hat. Nachteil ist die Privathaftung der Vollhafter. Die Gründungskosten belaufen sich auf ca. 500€.