online-wissen > IT-Berufe > Politik > Unternehmen 2 > Kaufmann

Kaufmann

Ein Kaufmann ist ein Unternehmer, der ein Handelsgewerbe (Handelsgesetzbuch (HGB) §1 Abs. 1) angemeldet hat und im Handelsregister eingetragen ist. Ein Handelsgewerbe ist unabhängig von der Branche (Produktion, Handel, Dienstleistung, (EStG §15)).
Man unterscheidet drei unterschiedliche Arten von Kaufleuten. Der Ist-Kaufmann ist Kaufmann kraft seines Handelsgewerbes (HGB §1). Er hat einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb. Die Eintragung ins Handelsregister ist nur deklaratorisch. Der Form-Kaufmann ist Kaufmann kraft seiner Rechtsform (HGB §6). Die Handelsregister-Eintragung ist konstitutiv (wirksam). Der Kann-Kaufmann wird zum Kaufmann durch seine freiwillige Eintragung ins Handelsregister. Der Kleingewerbetreibende, land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Nebengewerbe können sich freiwillig ins Handelsregister eintragen (und wieder löschen) lassen.
Ein Kaufmann hat besondere/zusätzliche Pflichten, aber auch Rechte, im Gegensatz zum Nicht-Kaufmann, dazu gehören eine erhöhte Sorgfaltspflicht, Datenschutz (insbesondere von (Kunden-)Kommunikationsdaten), unverzügliche Prüfung der Ware bei Lieferung, Zinssatz von 5% zuzüglich des Basiszinssatzes im Gegensatz zu sonst 4%, Verpflichtung der Bilanzierung, eine Vetragsstrafe kann trotz unverhältnismäßiger Höhe nicht herabgesetzt werden, Schweigen hat die rechtliche Bedeutung der Zustimmung. Der Kaufmann darf eine selbstständige Zweigniederlassung gründen (HGB §238ff), das Ehrenamt des Handelsrichters ausüben und eine Mitgliedschaft in einem Fachverband erfordert oft die Handelsregister-Eintragung.
Der Kaufmann darf eine Firma führen. Eine Firma ist der Name des Kaufmannes, unter dem er den Geschäftsbetrieb führt. Der Kaufmann unterschreibt mit dem Firmennamen und kann unter diesen klagen und verklagt werden (HGB §17,19). Man unterschiedet drei Firmennamen. Die Personenfirma enthält den Namen des Firmeninhabers, die Sachfirma enthält die Geschäftsbezeichnung und die Fantasiefirma mit jeglicher Namensgestaltung. Der Firmenname muss sprachlich, allgemeine ausschließbar und räumlich eindeutig sein, er muss wahrheitsgemäß sein und nicht in die Irre führen (HGB §18 Abs. 2). Der Firmenname ist beständig, bei Inhaberwechsel bleibt der Firmenname erhalten, muss aber ggf. durch einen Inhaberzusatz ergänzt werden (bei Personenfirmen, Markengesetz §15).