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Jugendarbeitsschutzgesetz

Alle Auszubildenden, die noch nicht 18 Jahre alt sind, sind Jugendliche im Sinne dieses Gesetzes.

Arbeitszeit für Jugendliche:

  • Die Arbeitszeit für Jugendliche beträgt maximal 40 Stunden pro Woche und täglich höchstens 8 Stunden bei verkürzter Arbeitszeit an anderen Werktagen 8,5 Stunden. In bestimmten Ausnahmefällen sind Schichtzeiten bis zu 11 Stunden zulässig.
  • Jugendliche dürfen zwar grundsätzlich nur an 5 Tagen in der Woche beschäftigt werden, jedoch sieht das Gesetz zahlreiche Ausnahmen vor (z.B. für Bäckereien).

Ruhepausen:

  • Ruhepausen sind Arbeitsunterbrechungen von mindestens 15 Minuten.
  • Bei viereinhalb bis sechs Stunden täglicher Arbeitszeit haben Jugendliche auf mindestens 30 Minuten, bei über 6 Stunden auf mindestens 60 Minuten Ruhepause.
  • Ruhepausen müssen in angemessener zeitlicher Lage gewährt werden, frühestens 1 Stunde nach Beginn und spätestens 1 Stunde vor Ende der Arbeitszeit.

Freizeit- und Nachtruheausgleich:

  • Die Beschäftigung von Jugendlichen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit darf nicht vor Ablauf einer ununterbrochenen Frist von mindestens 12 Stunden fortgesetzt werden.
  • Zwischen 20 Uhr und 6 Uhr haben Jugendliche einen Anspruch auf „Nachtruhe“ (Beschäftigungsverbot). Aber auch hier sieht das Gesetz zahlreiche Ausnahmen vor (z.B. Gastronomie, Landwirtschaft).

Bezahlter Urlaub:

Der Arbeitgeber hat dem Jugendlichen bezahlten Erholungsurlaub zu gewähren. Der Jugendliche hat Anspruch auf mindestens

  • 30 Werktage, wenn er zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
  • 27 Werktage, wenn er zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt ist,
  • 25 Werktage, wenn er zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt ist.

Berufsschule, Prüfung:

Der Arbeitgeber muss den Auszubildenden zum Berufsschulunterricht anhalten. Er darf den Auszubildenden nicht beschäftigen

  • vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht,
  • an einem Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden (von mindestens 45 Minuten), aber nur 1x in der Woche,
  • in Berufsschulwochen mit planmäßigem Berufsschulunterricht von mindestens 25 Stunden verteilt auf mindestens 5 Tage.

Auf die Arbeitszeit werden angerechnet:

  • Berufsschultage mit mehr als fünf Unterrichtsstunden mit 8 Stunden,
  • Berufsschulwochen mit 40 Stunden,
  • Im Übrigen die Unterrichtszeit einschließlich Pausen.

Darüber hinaus hat der Arbeitgeber den Jugendlichen für die Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen und Prüfungen sowie am Tag vor der schriftlichen Abschlussprüfung freizustellen.