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Planungsphase

Der Planungszeitbedarf beträgt ungefähr ein Fünftel bis ein Viertel der Projektgesamtzeit. Das Projektteam sollte mit in die Planung einbezogen werden.

  1. Qualitätsplan: 
    1. Formulierung von Qualitätszielen: Wie gut sollen die einzelnen Komponenten sein?
    2. Operationalisierung der Qualitätsziele/Qualitätskriterium: Wie wollen wir das messen?
    3. Wege zur Qualitätszielerreichung: Was müssen wir tun, um die Qualitätsziele erreichen zu können?
    4. Qualitätskontrolle: Wie wollen wir das überprüfen? (→ Operationalisierung)

    Man kann den Qualitätsplan tabellarisch darstellen. Bsp. Website

    Qualitätsziel Qualitätskriterium Weg zur Qualitätszielerreichung Qualitätskontrolle
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  2. Identifikation der Arbeitspakete/Aufgabenanalyse:
    Leitfrage: Was muss alles gemacht werden? – Die Summe aller erforderlichen Tätigkeiten sind zu Arbeitspaketen zu bündeln. Ein Arbeitspaket ist die kleinste ausgewiesene Planungseinheit zu Teilaufgaben eines Projekts. Damit werden die Aufgabenfelder in “hantierbare Portionen” zergliedert. Jedes Arbeitspaket ist in sich abgeschlossen, für sich steuer- und kontrollierbar und in Art und Umfang übersichtlich. Das Ergebnis muss eindeutig benannt werden ohne Überschneidungen mit anderen AP (klare Abgrenzung). Für jedes Arbeitspaket wird ein Verantwortlicher benannt. Aufgaben, die extern geleistet werden, werden auch als AP definiert.
    Bei der Erstellung der AP mit dem Projektteam, sollte man keine “Wie-Diskussion” zulassen, sonder nur “Was?” klären.
  3. Projektstrukturplan: Der Projektstrukturplan (PSP) ist eine transparente Darstellung des Gesamtprojektes und Grundlage aller weiteren Pläne in Baumstruktur. Einen PSP kann man objekt- (Zerlegung des Produktes in Einzelteile) oder funktionsorientiert (Zerlegung nach betrieblichen Funktionen) entwerfen. Als Basis des PSP dienen die definierten AP.
  4. Projektablaufplan/Vorgangsliste: Für die Erstellung einer Vorgangsliste muss man die Dauer der einzelnen AP schätzen und in eine sinnvolle Reihenfolge bringen (Vorgänger bestimmen). Man kann den Projektablaufplan als Gantt-Diagramm oder Netzplan darstellen. 
  5. Kapazitäts-/Ressourcenplanung: Man muss in richtiger Art und Qualität, in richtiger Menge, zur rechten Zeit und am rechten Ort die personellen/materiellen Ressourcen zur (verbindlichen) Verfügung haben. 
  6. Kostenplan: Der Kostenplan dient als Kalkulationsgrundlage für externe Projekte, zur Ermittlung des Budget interer Projekte und schlussendlich zur Überwachung der Kostenentwicklung im Rahmen der Projektdurchführung.
    Zur Bestimmung der Kosten gibt es drei mögliche Verfahren:

    1. parametrisches Verfahren: Faustformel aus der Branche
    2. Analogieerfahrungen: Erfahrungen aus anderen Bereichen
    3. Bottom-Up-Verfahren: Vom Ap zum Projekt mit Verrechnungssätzen