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Geschäftsprozessorientierung

Funktionsorientierung

Früher dominierte die Aufbau- die Ablauforganisation, das heißt, dass die Abläufe an den Aufbau angepasst worden sind (Motto: „Process follows structure!“; klassische Organisationsentwicklung).

Geschäftsprozessorientierung

Definition Geschäftsprozess: Ein Geschäftsprozess besteht aus einer abgeschlossenen Folge zusammengehöriger Wertschöpfungsaktivitäten. Er kann aus Sub- und Unterprozessen bestehen. Man unterscheidet zwischen Kern- und Supportprozesse; Kernprozesse sind die kundennahen und wertschöpfungsintensiven Prozesse und Supportprozesse sind zwar nicht wertschöpfungsintensiv, aber sind für die Kernprozesse unterstützend notwendig. Als Workflow bezeichnet man Arbeitsabläufe/Teilprozesse, die weitgehend rechnergestützt (→ automatisiert) ablaufen. Sie werden durch Workflowmanagementsysteme gesteuert.

Geschäftsprozesse können unternehmensübergreifend, unternehmensweit, abteilungsüber-greifend und stellenübergreifend sein.

Einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Bezug auf eine ständige Verbesserung der Geschäftsprozesse kürzt man als „KVP“ ab. Die Geschäftsprozessentwicklung lässt sich nach folgender Abbildung klassifizieren.

Heutzutage hat sich das Verhältnis von Aufbau- und Ablauforganisation umgekehrt. Die Prozesse sollen den Aufbau bestimmen. Die Gründe für diesen Wechsel sind die folgenden Vorteile der Geschäftsprozessorientierung:

  • Die Wettbewerbsfähigkeit steigt durch die Ausrichtung der Abläufe nach den Kunden.
  • Die Kosten werden durch Vereinfachungen, Standardisierungen und Automatisierungen gesenkt.
  • Bei einem Ablauf gibt es weniger Mitarbeiterwechsel, dadurch werden Doppelarbeiten vermieden und die Ablaufzeiten verkürzen sich.
  • Die Mitarbeiterzufriedenheit steigt dadurch, dass die Mitarbeiter die Kenntnisse über die betrieblichen Zusammenhänge und Abläufe erfahren und sie Verantwortung für den Gesamtgeschäftsprozess übernehmen.
  • Durch die Aufhebung der Trennung von Planungs-, Entscheidungs- und Kontrollaufgaben steigt die Selbstkontrolle der einzelnen Ausführungsbereiche.
  • Es ist möglich die Geschäftsprozesse mit Partnern zu koordinieren.

Abhängig vom Grad der Veränderung, dem Risikopotenzial, dem Bereich der Veränderung und der strategischen Orientierung unterschiedet man zwischen Prozessverbesserung (Kaizen), Prozessvereinfachung und Prozessreengineering.

Geschäftsprozessentwicklung