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Absatzpolitik bei verschiedenen Marktsituationen

Annahme: vollkommener Markt!

Der Anbieter hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Preispolitik: Der Anbieter setzt die gewünschte Absatzmenge fest und passt isch dann mit dem Preis entsprechend der jeweiligen Nachfragesituation auf dem Markt an (Preisanpassung)
  2. Mengenpolitik: Dem Anbieter wird vom Markt ein bestimmter Preis vorgegeben oder er legt sich auf einen Preis fest. Mit der Absatzmenge muss er sich dann nach der jeweiligen Nachfragesituation am Markt richten (Mengenanpassung).

Je nach Marktform/-situation hat der Anbieter zwischen den oben genannten Möglichkeiten (Preis-/Mengenpolitik) geschickt zu wählen.

Bei einer konkurrenz- und nachfrageabhängigen Marktsituation, wie bei einen Polypol, gibt es nur einen Marktpreis. Dieser ist für alle Anbieter eine nicht veränderbare Größe. So bleibt dem Anbieter nur Mengenpolitik. Wenn der Anbieter seinen Preis über den Marktpreis erhöht, verliert der Anbieter seinen Absatz. Wenn der Anbieter seinen Preis unter den Marktpreis erniedrigt, trifft die gesamte Nachfrage ihm, aber auf Grund zu geringer Kapazität könnte er die gesamte Kapazität nicht abdecken.

Bei einer konkurrenz- und nachfrageabhängigen Marktsituation, wie bei einen Oligopol, können Preis und Absatzmengen verändert werden, was jedoch zu Reaktionen der Konkurrenten führt. Der Anbieter kann sowohl Preis- als auch Mengenpolitik betrieben.
Der Anbieter kann den Marktpreis beeinflussen: über a) der Absatzmenge und b) der Preis. Dabei muss der Anbieter die Reaktionen seiner Konkurrenten einbeziehen. Wenn der Anbieter eine höhere Menge absetzen will, dann muss er denn Preis senken. Seiner Mitanbieter zwingt dies ebenfalls zu Preissenkungen. Das bedeutet, die erwünschte Absatzsteigerung tritt nur im beschränkten Umfang auf. Wenn der Anbieter seinen Preis erhöht, dann behalten die anderen Anbieter ihren Preis bei. Der Anbieter hat keinen Absatz.

Bei einer nur nachfrageabhängigen Marktsituation, ein Monopol können Preise und Angebotsmengen allein unter dem Gesichtspunkt der vorhandenen Nachfrage verändert werden. Der Anbieter kann sowohl Preis- als auch Mengenpolitik betrieben.
Der alleinige Anbieter kann den Preis als auch die angebotene Menge verändern, so dass der den größtmöglichen Gewinn erzielt. Er muss sich nur nach dem Nachfrageverhalten richten. Hebt er den Preis, dann sinkt der Absatz; hebt er den Absatz, dann sinkt der Preis.
Der Anbieter wird den Markt abtasten und die angebotene Mnge bis zu dem Punkt erhöhen, in dem der Erlös eines zusätzlich verkauften Stückes gerade noch die Kosten deckt.

Beispiel: Der denkbare Preisbereich liegt zwichen 100€ und 1000€. Durch Marktuntersuchungen werden die zugehörigen erwarteten Absatzmengen ermittelt. Die Fixkosten betragen 1 Mio. €, die variablen Stückkosten 80€. Fixkosten sind feste Kosten, die beschäftigungs-/produktionsunabhängig anfallen. Variable Stückkosten sind die beweglichen, beschäftigungs-/produktions-/mengen abhängige Kosten.

Preis je Gerät (€) Absatzmenge (Stück) Umsatz (€) Gesamtkosten (€) Verlust/Gewinn (€)
\( Preis \cdot Menge \) \( K_G = K_{fix} + K_{variabel} \{ Umsatz – K_G \}
1000 1000 1000000 1080000 - 80000
900 2000 1800000 1160000 640000
800 3000 2400000 1240000 1160000
700 4000 2800000 1320000 1148000
600 5000 3000000 1400000 1600000
500 6000 3000000 1480000 1520000
400 7000 2800000 1560000 1240000
300 8000 2400000 1640000 760000
200 9000 1800000 1720000 80000
100 10000 1000000 1800000 - 800000

monop.preisbildung