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Zusammenfassung

Im 19. Jh. eroberten die Franzosen Indochina (Laos, Kambodscha, Vietnam) und errichteten dort eine Kolonialherrschaft. Bald schon regte sich der erste Widerstand. Bereits im Jahr 1919 forderte der spätere Präsident Ho Chi Minh die Selbstständigkeit seines Landes.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Indochina von 1940 bis 1945 von Japan besetzt. 1941 gründete Ho Chi Minh die „Liga für die Unabhängigkeit Vietnams“ (Viet Minh, Vietcong). Die Liga wurde von den USA finanziell unterstützt. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch Japans rief Ho Chi Minh im September 1945 in Hanoi die unabhängige Republik Vietnam aus.

Die Franzosen versuchten ihre ehemalige Kolonie zurückzuerobern. Der nun ausbrechende Krieg erfasste auch Laos und Kambodscha. Im Jahr 1954 wurden die Franzosen vernichtend geschlagen.

Die Internationale Indochina-Konferenz im Jahr 1954 in Genf beendete die französische Kolonialherrschaft in Indochina. Vietnam wurde längs des 17. Breitengrades in ein kommunistisches Nordvietnam und ein westlich orientiertes Südvietnam geteilt. Wahlen sollten innerhalb von zwei Jahren eine gemeinsame Regierung ermöglichen.

Während Ho Chi Minh in Nordvietnam mit Hilfe von China und der UdSSR rasch ein kommunistisches System errichtete, regierte in Südvietnam Ngo Dinh Diem, der die Unterstützung der USA genoss, sich aber bald als Diktator zeigte. Ein großer Teil der Bevölkerung stellte sich deshalb gegen Ngo Diem.

Die Nordvietnamesen gründeten die „Nationale Befreiungsfront Südvietnams“, die allmählich große Teile des Landes unter Kontrolle bekam. Die Amerikaner konnten Ngo Diem nicht länger stützen. Die Einigung Nord- und Südvietnams unter einer kommunistischen Regierung schien bevorzustehen. Ngo Diem wurde 1963 vom Militärs gestürzt und ermordet. Sein Nachfolger erhielt seit 1964 von den USA große finanzielle und materielle Hilfe.

Im Jahr 1964 griffen die Amerikaner offen in den Krieg zwischen Nord- und Südvietnam ein, auf Seiten Südvietnams. Anlass war der Beschuss eines amerikanischen Kriegsschiffes im Golf von Tonking durch die nordvietnamesische Marine. Grund war die Eindämmung des Kommunismus (Unabhängigkeit Südvietnams), aber auch strategische Überlegungen (→ Chinesisches Meer). Hinter den Vietcong standen China und die UdSSR (+ Warschauer Pakt / Ostblockstaaten).

Der Krieg wurde auf beiden Seiten erbarmungslos geführt. Die Vietcong wandten die sogenannte „Guerillatechnik“ an. Sie ermordeten politische Gegner, überfielen Städte mit Granatwerfern und zogen sich rasch in den Dschungel zurück. Die Amerikaner hingegen versuchten mit modernen Vernichtungswaffen und allen Mitteln chemischer Kampfführung den Gegner zu vernichten. Vor allem die Bevölkerung hatte unter diesem Vernichtungskrieg furchtbar zu leiden.

Der Krieg war trotz der Stärke der USA nicht zu gewinnen. Im Jahr 1969 begannen dann in Paris Friedensverhandlungen. Bis zum Abschluss des Waffenstillstands im Jahr 1974 vergingen jedoch noch vier Jahre. Die Amerikaner zogen ab, die Kriegsgefangene wurden entlassen, Südvietnam sollte freie Wahlen vorbereiten. Aber 150.000 Mann nordvietnamesischer Truppen blieben in Südvietnam. Im Jahr 1975 wurde die Hauptstadt Südvietnams, Saigon, erobert. Nord- und Südvietnam wurden miteinander vereinigt und von der Hauptstadt Hanoi regiert. Ganz Vietnam kam unter kommunistischer Herrschaft.

Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten flüchteten Hunderttausende aus Vietnam. Eine zweite große Fluchtbewegung setzte 1978 ein, Tausende auf überfüllten Booten auf das Meer hinaus flohen, in der Hoffnung, dass sie von einem Schiff aufgenommen würden. Auch in die BRD und weitere westlichen Staaten wurden Vietnam-Flüchtlinge gebracht.