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Zeittafel

1930

erste Aufstände gegen die Kolonialmacht Frankreich, die niedergeschlagen worden sind → Gründung der kommunistischen Partei Indochinas durch Ho Chi Minh: sowohl Intellektuelle als auch Landbevölkerung

Dezember 1940

Stationierung japanischer Truppen nach Frankreichs Kapitulation → Widerstandstruppen unter Ho Chi Minh gegen Franzosen und Japaner

März 1945

Kapitulation Deutschlands → Entmachtung der Kolonialverwaltung durch die Japaner und Einsetzung einer vietnamesischen unter japanischer Kontrolle stehender Regierung

August 1945

Kapitulation Japans

→ Regierung zerfällt

2. September 1945

Ho Chi Minh verkündet die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Vietnam

→ Frankreich akzeptiert die Unabhängigkeit ihrer früheren Kolonie, aber Stationierung französischer Truppen für 5 Jahre → wachsende Spannungen führen im Herbst zu bewaffneten Zwischenfällen

November 1946

→ französische Kriegsschiffe bombardieren den Hafen Haiphong mit Tausenden Zivilistenopfern → Erster Indochinakrieg (1946 – 1954): Frankreich ↔ Vietminh

Verschärfung des Kalten Krieges + Chinesische Revolution → Frankreich: antikommunistischer Abwehrkampf → USA übernehmen die Hauptkosten des Krieges

1954

Frankreich verliert den Krieg: Eliteeinheiten werden bei Dien Bien Phu vernichtend geschlagen

→ Waffenstillstand: Teilung am 17. Breitengrad in Südvietnam (Frankreich) und Nordvietnam (Vietnimh): zweijährige Verwaltung der militärisch besetzten Zone bis allgemeine Wahlen entscheiden, Frankreich übergibt den Landesteil an den ehemaligen Kaiser Bai Dai

1955

Kaiser Bao Dai wird mithilfe des US-Geheimdienst gestürzt und duch Ngo Dinh Diem ersetzt, der die vereinbarten Wahlen verweigert und einen autoritären Polizeistaat errichtet, Kritiker werden in Gefängnisse gesperrt und die Bodenreform der Vietnimh wird rückgängig gemacht

1958/59

erste Bauernaustände

1960

Gründung der Nationalen Front zur Befreiung Vietnams, Hanoier Regierung (Nordvietnam) und das Politbüro der kommunistischen Partein beschließen den Aufstand politisch zu unterstützen, Waffen zu liefern und zu organisieren

1962

20.000 amerikanische Militärberater und Spezialisten für Kriegsführung zur Unterstützung des proamerikanischen und antikommunistischen Diem-Regime

1964

Beschuss von amerikanischen Kriegsschiffen im Golf von Tonking durch (angeblich) nordvietnamesischen Marine → Entsendung von US-Truppen nach Vietnam, Bombardements der Nachschubwege des Vietcong (Ho-Chi-Minh-Pfad) und von Nordvietnam (ab 1965)

→ Vietnamkrieg (1964 – 1975) auch Zweiter Indochinakrieg; Unterstützung Nordvietnams durch UdSSR und China und Unterstützung Südvietnams durch USA

ab 1969

Präsident Nixon zieht die 543000 in Südvietnam stationierten Soldaten allmählich ab, weil die USA sich im Guerillakrieg nicht durchsetzen konnte

1973

→ Waffenstillstand

1974

Offensive des Norden gegen den Süden

1975

→ Kapitulation des Süden

→ Wiedervereinigung; Vietnam wird wie Kambodscha und Laos kommunistisch

Folgen des Vietnamkrieges: ca. 726000 getötete Soldaten, insgesamt 1353000 Tote, Abwurf von mehr Bomben in Vietnam als im zweiten Weltkrieg, Verseuchung durch Entlaubungsmittel, Internierung in Umerziehungslager für Menschen, die mit den Amerikanern zusammengearbeitet hatten, Korruption

ab 1977/78

radikale Vergesellschaftungspolitik (Kollektivierung) ohne die entsprechenden Vorraussetzungen (Arbeitsmittel) wie z.B. Traktoren → massive Fluchtbewegungen

ab Anfang der 80er:

Doi Moi (Erneuerung): Zulassung von Privathandel, z.T. private Bewirtschaftung des verstaatlichten Ackerboden, Unterstützung anderer sozialistischer Staaten → wieder Reisexportland, kostenloses Gesundheits- und Bildungswesen, schrittweise Leerung der Umerziehungslager bis zur Auflösung

Nach Zusammenbruch des Ostblocks fehlte die wirtschaftliche Unterstützung der sozialistischen Staaten → ausländisches Kapital nach Vietnam → stürmischer wirtschaftlicher Aufschwung