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Stalinismus

Herrschaft des bürokratischen Apparates

Einparteienherrschaft („demokratischer Zentralismus“ auch: „sozialistischer Demokratismus“)

– „demokratischer Zentralismus“: Wählbarkeit aller leitenden Organe der Partei (auf Vorschlag der

Parteispitze), straffe Parteidisziplin und Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit, unbedingte

Verbindlichkeit der Beschlüsse der höheren Organe für die unteren und alle Parteimitglieder

in allen Bereichen des politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens

Ausschaltung der Grundrechte (→ u.a. keine Meinungspluralität)

Scheindemokratie (Volksvertretung, Justiz ↔ Partei)

staatlicher Terror: (Geheim-)Polizei, „Säuberungen“, Schauprozesse, Gulag => Polizeistaat, Militarisierung

aller Lebensbereiche, v.a. der Arbeit: Arbeitsplatzwechselverbot, Abschaffung der Arbeitslosenunterstützung,

Pflichtarbeit, hohe Strafen (bis zur Einweisung in Arbeitslager) bei Verstoß gegen die Arbeitsdisziplin

Gulag: Repressionssystem aus Zwangsarbeitslagern, Straflagern, Gefängnissen und Verbannungsorten

gesellschaftliche Differenzierung nach Einfluss, Stellung in der Partei; materielle Privilegierung der

bürokratischen Oberschicht (= Nomenklatura) ↔ Ziel des Kommunismus

Planwirtschaft

Personenkult: Presse, Rundfunk, Film, Versammlungen, Bauten, Skulpturen, Spruchbänder, Aufschriften, Monumente; Stalin als neuen Lenin, „bester Leninisten“, „Großer Revolutionär“, „Bürgerkriegskämpfer“, „Herausragenden marxistischen Theoretiker“, „Erbauer des Sozialismus“; Korrektur seiner Biografie; Komponenten eines Mythos: idealisierte Darstellung einer Person, eine sagenumwobene Vergangenheit, Instrumentalisierung dieser Legende