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Friedliche Revolution und Wiedervereinigung

1989 2. Mai

Abbau des Grenzzauns von Ungarn nach Österreich; erste Fluchtwelle von DDR-Bürgern

7. Mai

Kommunalwahlen in der DDR: Bürgerrechtler weisen zahlreiche Fälle von Wahlbetrug nach

4. Juni

In China werden die Demonstranten von Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking blutig niedergeschlagen; zahlreiche Tote und Verletzte.

27. Juni

Der Grenzzaun zwischen Ungarn und Österreich wird zerschnitten, sodass der Flüchtlingsstrom aus der DDR nach Ungarn stark ansteigt.

Juli

DDR-Bürger flüchten in bundesdeutsche Botschaften in Budapest, Prag und Ostberlin, um ihre Ausreise zu erzwingen.

19. August

„Paneuropäisches Picknick“ an der ungarisch-österreichischen Grenze; mehrere hundert DDR-Bürger fliehen in den Westen

4. September

Beginn der „Montagsdemonstrationen“ in Leipzig

9. September

Gründung des „Neuen Forums“

11. September

Ungarn gewährt DDR-Bürgern die Ausreise nach Österreich; innerhalb von drei Tagen gelangen 15.000 Menschen in die Bundesrepublik

30. September

Genehmigte Ausreise der Botschaftsflüchtlinge in Prag über das Territorium der DDR

2. bis 4. Oktober

Gewalttätiges Vorgehen gegen Demonstranten in Dresden, Leipzig und anderen Orten

6./7. Oktober

Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR unter Teilnahme von Gorbatschow

9. Oktober

Montagsdemonstration in Leipzig mit ca. 70.000 Teilnehmern, in den folgenden Tagen und Wochen finden entsprechende Demonstrationen auch in anderen DDR-Städten statt, mit steigenden Teilnehmerzahlen.

18. Oktober

Rücktritt Erichs Honeckers, sein Nachfolger als Generalsekretär der SED wird Egon Krenz.

Anf. November

Weitere Rücktritte führender Politiker

4. November

Große, staatliche genehmigte Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz mit mehr als 500.000 Menschen

7./8. November

Rücktritt von Regierung und Politbüro

9. November

„Fall der Mauer“: Öffnung der DDR-Grenze zur Bundesrepublik

13. November

Hans Modrow wird von der Volkskammer zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

26. November

Aufruf „Für unser Land“ von Intellektuellen und anderen Prominenten

28. November

Bundeskanzler Helmut Kohl legt sein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ zur Wiedervereinigung vor.

November

Über 130.000 Menschen siedeln in diesem Monat von der DDR in die Bundesrepublik über.

1. Dezember

Die Volkskammer streicht den Führungsanspruch der SED aus der Verfassung.

3. Dezember

Rücktritt von Politbüro und Zentralkomitee der SED, Ausschluss ehemals führender Politiker aus der SED

4./5. Dezember

Besetzung von Dienststellen des Ministeriums für Staatssicherheit im Land

7. Dezember

Erste Sitzung des Zentralen „Runden Tisches“

1990 Januar

Die Ausreisewelle hält an; im Januar siedeln über 70.000 DDR-Bürge in die Bundesrepublik über.

15. Januar

Demonstranten besetzen die Zentrale des Ministerium für Staatssicherheit in Berlin.

28. Januar

Bildung einer „Regierung der nationalen Verantwortung“ durch Eintritt von Vertretern der Bürgerbewegung in die Modrow-Regierung; Vorverlegung der Volkskammerwahl auf den 18. März

7. Februar

Die Bundesrepublik bietet der DDR Verhandlungen über eine Wirtschafts- und Währungsunion an.

10. Februar

Bundeskanzler Kohl erhält von dem sowjetischen Staats- und Parteichef Gorbatschow prinzipiell die Zustimmung für eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten.

18. März

Wahl der DDR-Volkskammer mit dem überraschenden Wahlsieg der „Allianz für Deutschland“

12. April

Lothar de Maizière (CDU) wird zum Ministerpräsidenten einer Großen Koalition mit SPD und Liberalen gewählt.

30. Mai

Gorbatschow akzeptiert bei Gesprächen mit US-Präsident Bush in den USA faktisch die NATO-Mitgliedschaft eines vereinigten Deutschlands

21. Juni

Zustimmung zur Einführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in beiden Parlamenten; Entschließung zur endgültigen Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens

1. Juli

Vertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in Kraft, u.a. Einführung der Deutschen Mark in der DDR

14. bis 16. Juli

Staatsbesuch Kohls und Genschers in der Sowjetunion mit dem endgültigen Durchbruch bei den Verhandlungen über die deutsche Einheit.

23. August

Die Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes zum 3. Oktober.

12. September

Zwei-plus-Vier-Vertrag („Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland“) wird von den Außenministern der beteiligten Staaten in Moskau unterzeichnet.

20. September

Beide Parlamente stimmen dem Einigungsvertrag zu.

3. Oktober

Beitritt der DDR zur Bundesrepublik

2. Dezember

Erste gesamtdeutsche Bundestagswahl