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Aufklärung (1720 – 1800)

Gesellschaft/Politik

  • Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit → Französische Revolution
  • Wert des Menschen wird an seiner Leistung/Entfaltung seiner Fähigkeiten gemessen
  • Tugend und allgemeine Wohlfahrt als Ergebnis einer freien Gesellschaft
  • Der Mensch ist ein Individuum.
  • Abschaffung des Absolutismus („L’état c’est moi!“) und adliger Privilegien
  • „aufgeklärte Monarchen“: Friedrich II (1740-1786), Katharina die Große (1762-1796)

Wirtschaft

  • Orientierung am freien Markt
  • Handels- und Gewerbefreiheit

Natur

  • Gegenstand wissenschaftlicher Forschung
  • freier Zugriff auf die Natur in Technik und Industrie
  • Verherrlichung der Natur als schöpferische Kraft
  • neue Erkenntnisse: Gravitationsgesetz (Newton, 1666), Dampfmaschine (Watt, 1769), Dreifarbendruck
    (Le Blond, 1711), Heißluftballon (Montgolfiers, 1783), Berührungselektrizität (Galvani, 1790)

Kunst/Literatur

  • Autonomie der Kunst
  • Distanzierung von Normen und Regeln
  • Form im Dienst der Aussage
  • Nachahmung der Natur in ihrer schöpferischen Kraft
  • abhängige Autoren/-innen werden zu freien Schriftstellern
  • „Lesesucht“
  • Fabeln, bürgerliches Trauerspiel, Aphorismen
  • wichtige Autoren und (lit.) Werke
    • Johann Christoph Gottsched (1700-1766): Versuch einer kritischen Dichtkunst vor die Deutschen
    • Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781): Emilia Galotti, Nathan der Weise
    • Sophie von La Roche (1731-1807): Geschichte des Fräulein von Sternheim
    • Georg Christoph Lichtenberg (1724-1799): Aphorismen (Bsp: „Zweifle an allem wenigstens zweimal, auch wäre es der Satz „zwei mal zwei ist vier“)

Hauptströmungen der Aufklärung

  • Empirismus: Erkenntnis beruhend auf der Sinneswahrnehmung
  • Rationalismus: Erkenntnis beruhend auf Verstand/Denken

Philosophen

  • Voltaire, eigentlich: François Marei Aroue (1694-1778): Schriftsteller, Historiker und Philosoph, geistiger Führer der Aufklärung; Mitarbeiter an der Encyclopédie; Anprangerung sozialer und religiöser Missstände, reformierter Absolutismus
  • Jean-Jacques Rousseau (1712-1778): Hauptvertreter der französischen Aufklärung, zugleich Kritiker des aufklärerischen Vernunft- und Zivilisationsoptimismus (ständige Verbesserung des Zusammenlebens und der materiellen Grunlagen durch Anwendung der menschlichen Vernunft); einer der einflussreichsten Autoren des 18. Jh.; Vertreter der Volkssouveränität; geistiger Vater vieler französischer Revolutionäre
    Naturzustand des Menschen (Instinkt, Begierde); Gesellschaftsvertrag: Staat: Wahrung des Gemeinwohl, direkte Demokratie (keine Gewaltenteilung, keine parlamentarische Reträsentation), Zwangsgewalt bis zur Todesstrafe (zur Freiheit zwingen); mündiger Bürger (Vernunft+Gesetz): Unterordnung unter dem Gemeinschaftswillen ohne Aufgabe seiner persönlichen Freiheit
  • Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755): politische Freiheit durch die Gewaltenteilung: Legislative (gesetzgebende ~), Judikative (richterliche ~), Exekutive (ausführende Gewalt); Repräsentativsystem (Mitglied des franz. Hochadels ↔ Fähigkeiten des gemeinen Volkes)
  • Encyclopédie: in den Jahren von 1751 bis 1777 von Jean le Ron d’Alembert und Denis Diderot herausgegeben; insgesamt 17 Text- und 11 Bildbände, 178 Mitarbeiter (u.a. Voltaire); Zusammenfassung des Wissens und Denkens der Aufklärung, ein Symbol des „Jahrhunderts der Philosophen“ (Diderot)