online-wissen > Chemie > Chemische Bindungen > Überblick der Bindungsarten

Überblick der Bindungsarten

Atom(kern)e haben, je nach Element, unterschiedliche Anziehungskräfte auf Valenzelektronen. Diese Eigenschaft nennt man Elektronegativität (nach Linus Pauling, 1901-1994). Die Art der chemischen Bindung wird maßgeblich von der Elektronegativität beeinflusst.

Bei der Metallbindung sind die Elektronen nur sehr schwach an die Atomrümpfe gebunden. Sie können sich relativ frei, über Atomrümpfe hinweg, bewegen. Man spricht deshalb auch von Elektronengas. Die freie Beweglichkeit der Elektronen in einer Metallbindung ist der Grund für die gute elektrische Leitfähigkeit der Metalle.

Die kovalente Bindung (Atome => Molekül) basiert auf der Bildung von gemeinsamen Elektronenpaaren (Okettregel), man spricht auch von einer Elektronenpaarbindung. Kovalente Bindungen werden zwischen Nichtmetall-Atomen gebildet.

Die Ionenbindung ist einer sehr starke chemische Bindung. Es werden Elektronen zwischen Kationen (positiv geladene Ionen, Elektronendonatoren) und Anionen (negativ geladenen Ionen, Elektronenakzeptoren) ausgetauscht (Oktettregel). Die Ionenbindung tritt bei Verbindungen zwischen Nichtmetall- und Metall-Atomen auf.

Die schwächsten Bindungen sind Bindungen aufgrund der Van-der-Waals-Kräfte bzw. zwischenmolekularen Wechselwirkungen. Die Van-der-Waals-Kräfte sind im Grunde elektrische Kräfte zwischen elektrisch geladen Verbindungen, aufgrund von asymmetrisch, ungleichmäßiger Ladungs-/Elektronenverteilung. Man unterscheidet zwischen (in der Stärke absteigend) Dipol-Dipol, Dipol-Unpolar (induzierter, temporärer Dipol aufgrund des Dipols) und Unpolar-Unpolar (gegenseitig induzierte Dipole).

Wasserstoffbrückenbindungen treten auf, wenn Wasserstoffatome an stark elektronegative Atome (z.B. 2. Period O, N, F) gebunden sind. Es sind besonders starke Dipol-Wechselwirkungen.